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Spring School 2019 - Auf den Spuren des Strukturwandels

Noch mehr Informationen gibt's hier:

MDR-Bericht zur Spring School: Kohlekumpel - wie wird das Erbe bewahrt? Hier entlang zur MDR-Mediathek.

Wissenschaftlicher Beitrag zur Spring School 2019 mit Dr. Kerstin Völkl der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg in der Zeitschrift für Politikwissenschaft. Hier entlang zum Volltextzugang über den Verlag SpringerLink.

Presseartikel der Mitteldeutschen Zeitung. Hier entlang zum Online-Artikel.

Ergebnisse der Studierenden

Zentrale Ergebnisse der Studierenden der Politikwissenschaft, die mit uns bei der Spring School auf Ferropolis dabei waren, sind auf zwei Postern zusammengefasst:

Ergebnisse der Gruppe "Bewältigungsstrategien nach dem Kohleausstieg".

Ergebnisse  der Gruppe "Einstellungen zum Kohleausstieg".

Auf dem Bergmannstag im September 2019 haben wir zahlreichen Interessierten von der Spring School berichtet und die Ergebnisse diskutiert.

Auf den Spuren des Strukturwandels

Das KomZ führte mit Studierenden der Politikwissenschaften der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und der Kunsthochschule Burg Giebichenstein eine Spring School vom 3. bis 10. Mai 2019 in Ferropolis durch.

Die Spring School arbeitet zum hochaktuellen Thema des Strukturwandels in einem Gebiet, in dem die Braunkohleförderung bereits in den 1990er Jahren beendet wurde. Ferropolis und Gräfenhainichen bieten einen Untersuchungsraum, aus dem sich Rückschlüsse und Handlungsempfehlungen für die Gestaltung des bevorstehenden Strukturwandels in noch aktiven Braunkohleregionen Sachsen-Anhalts und darüber hinaus generieren lassen.

Die Spring School, die 2019 erstmalig auf Ferropolis und in Gräfenhainichen stattfand, steht unter folgenden Leitfragen: Wie können mit den vor Ort lebenden Menschen zusammen mögliche Zukünfte vorstellbar und darstellbar gemacht werden? Welche digitalen und künstlerischen Strategien können für das Gemeinschaftsgefühl von Regionen im Umbruch entwickelt werden?

Thematisch behandelt die Spring School den Strukturwandel eines ehemaligen Braunkohlereviers, in dem die Studierenden mit Gräfenhainichern sowie mit ehemaligen Bergbauarbeitern eine Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft schlagen werden. Die Themen, die die Studierenden bearbeiten werden, zielen nicht primär auf die statistischen Daten zur sozioökonomischen Lage der Region ab, sondern adressieren ‚weichere‘ Faktoren wie die des gesellschaftlichen Zusammenhalts, der lokalen Identifikationsanker (‚stolz sein‘ auf die eigene Biografie, auf die eigene Gemeinde) und der Partizipation. Faktoren, die empirisch belegbare Auswirkungen auf die Lebensqualität, die Demokratie- und Politikzufriedenheit und damit auch auf die demografische Entwicklung einer Region haben. Dabei führen die Studierenden biografische Interviews mit ehemaligen Tagebauarbeitern und Leitfadenintervies mit Zeitzeugen, die in eine Augmented Reality Videotour münden. Dies bietet eine neuartige, digitale Möglichkeit der Erinnerungskultur und der kulturellen Bildung in einer Art digitalem Museum auf Ferropolis erlebbar zu machen. Eine weitere Gruppe führt zudem auch quantitative Befragungen mit den in Gräfenhainichen lebenden Menschen durch. Die Studierenden der Burg Giebichenstein bauen aus den Interviews und ihrer Erkundung des Ortes, seiner Geschichte und Menschen, materiell-künstlerische Interventionen in den öffentlichen Raum Gräfenhainichens.

Die Spring School aktiviert so die Kommunikation zwischen Studierenden zweier Fachrichtungen aus der Großstadt Halle und alteingesessenen Bewohnern und ehemaligen Braunkohlearbeitern des ländlichen Raums mit ihren je spezifischen Wissensvorräten. Die Studierenden entwickeln ein Bewusstsein für die Bearbeitung regionaler Themen und Herausforderungen. Die Teilnehmenden vor Ort partizipieren an einem Projekt, das ihre Biografien würdigt und erhalten Zugang zu neuen digitalen und künstlerischen Anwendungen. Beide Ergebnisse – die Augmented Reality Videotour sowie die baulichen Interventionen – sollen am Ende der Spring School der lokalen Gemeinschaft übergeben werden.

Die Spring School stellt eine soziale Innovation dar, weil sie regionale Themen an einem außeruniversitären Lern- und Begegnungsort interdisziplinär bearbeitet und mit Studierenden und Gräfenhainichern Räume für einen dialogischen Prozess schafft, in dem aus der Vergangenheit des Ortes heraus Bilder möglicher Zukünfte entwickelt und erprobt werden.

Die Kombination aus Sozialwissenschaften, Designstudierenden und einer neuen technischen Anwendung schafft ein innovatives Setting, um aktuelle Herausforderungen mit einer neuen Herangehensweise zu bearbeiten. Die Begegnung zwischen Studierenden einer Großstadt mit Menschen außerhalb des universitären Kontexts schafft einen Wissens- und Ressourcentransfer zwischen dem urbanen Wissenszentrum Halle und einer ländlichen Region Sachsen-Anhalts.