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Übergang zu Arbeit 4.0 sozial gestalten

Auftaktveranstaltung am 25. Juni 2019 in Magdeburg

Am Dienstag, den 25.06.2019 fand in der Experimentellen Fabrik Magdeburg die Auftaktveranstaltung des Pilotvorhabens „Übergang zu Arbeit 4.0 sozial gestalten“ statt.

Bei hochsommerlichen Temperaturen kam u.a. ein Großteil der im Projekt beteiligten Unternehmen aus Magdeburg, Dessau und Gardelegen zusammen, um sich kennenzulernen, sich über die Herangehensweise an Digitalisierungsprozesse auszutauschen und die jeweiligen Erwartungen an das Pilotvorhaben zu schildern.

Schnell war klar: alle habe ähnliche Beweggründe und verfolgen vergleichbare Ziele mit der Beteiligung am Pilotvorhaben „Übergang zu Arbeit 4.0 sozial gestalten“; wenngleich die Unternehmen aus ganz unterschiedlichen Branchen stammen, in verschiedenen Organisationsformen arbeiten und ihr Erfahrungsschatz im Umgang mit Digitalisierungsprozessen variiert.

Inspiration wie Montage 4.0, Pflege 4.0 oder Teamarbeit 4.0 im realen Arbeitsalltag aussehen kann holten sich die Veranstaltungsteilnehmenden bei der Besichtigung der Arbeitswissenschaftlichen Labore zur Förderung von Gründungen in der „Arbeitswelt 4.0“ der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg.

Eine gelungene Veranstaltung, die die Motivation aller Beteiligten verdeutlicht hat und uns mit Vorfreude und Tatendrang auf die kommenden Projektmonate blicken lässt.

Die Zusammenarbeit mit den Unternehmen beginnt

Vor dem Hintergrund der sich aktuell vollziehenden und zunehmend beschleunigenden Digitalisierung blicken zahlreiche Arbeitnehmer*innen auf der einen Seite mit Sorge und Zweifel auf der anderen Seite mit Freude und Neugierde ihrer beruflichen Zukunft entgegen. Verantwortungsvolle Unternehmen agieren entsprechend, indem sie strategische Unternehmensentscheidungen bzgl. des Übergangs zu Arbeit 4.0 partizipativ treffen und transparent kommunizieren und ihre Mitarbeitenden somit aktiv in den Prozess einbinden.

Fünf mittlere Unternehmen wollen sich gemeinsam mit der METOP GmbH dieser Herausforderung stellen. Sie sind regional verteilt, ansässig in den Regionen Altmark, Anhalt-Dessau, Magdeburg. Einen guten Branchenmix bilden die Unternehmen ebenfalls ab: Maschinen- und Anlagenbau, Gesundheit und Medizin, Handwerk, verarbeitendes Gewerbe. Der Grad der Digitalisierung in den Unternehmen ist sehr unterschiedlich ausgeprägt.

Es war zum Teil eine große Herausforderung, die Unternehmen davon zu überzeugen, dass ihr technischer Digitalisierungsansatz nur dann ein Erfolg wird, wenn die Mitarbeitenden von Anfang an den Prozess mitgestalten und mitentscheiden. Zielstellung in den einzelnen Unternehmen ist z.B. eine digitale Patientenakte einzuführen, eine digitale Wissensbibliothek als selbstverantwortliches Lernen zu etablieren oder Prozess- und Arbeitsabläufe in der Fertigung zu digitalisieren.

Zu diesem Zweck ist es zwingend notwendig, sämtliche relevanten Akteure (Mitarbeitende, Arbeitnehmervertretungen, Geschäftsleitungen) im Rahmen eines strukturierten und moderierten Diskurses einzubeziehen. Auf diesem Wege können einerseits Selbstvertrauen der Mitarbeiter/-innen gestärkt und andererseits Zukunftsentscheidungen mit einer entsprechend hohen sozialen und wirtschaftlichen Nachhaltigkeit für das jeweilige Unternehmen und seine Belegschaft getroffen werden.

Parallel zur Akquise verliefen die Recherchearbeiten. Hauptaugenmerk dieser Arbeit lag darauf, Befragungsinstrumente, Methoden und Interventionen zur Erfassung digitaler Kompetenzen von Beschäftigten zu entdecken. Die Arbeiten ergaben, dass unterschiedliche "Produkte" zur Erfassung des Digitalisierungsgrads von Unternehmen bzw. Checklisten zur Einführung von Industrie bzw. Arbeit 4.0 vorliegen (z.B. DIGITRAIN 4.0 - Kompass der digitalen Arbeitswelt, Checkliste zu Digitalisierung & Industrie 4.0 in der Praxis, CYPIEFLEX Industrie 4.0 im Mittelstand - Vorgehensmodell). Der Fokus bei den identifizierten Instrumenten liegt allerdings zumeist auf der rein technologischen Seite des digitalen Transformationsprozesses und lässt die daran beteiligten und davon betroffenen Personen weitestgehend außer Acht, sodass im Rahmen des Projekts "Übergang zu Arbeit 4.0 sozial gestalten" eigene Analyse- und Interventionsmethoden entwickelt werden müssen.

Ansprechpartnerin:

Silke Schröder | METOP GmbH

Tel.: +49 391 54486-253 | E-Mail: silke.schroeder(at)metop.de

 

 

Projektbeschreibung

Projektträger:

METOP GmbH Magdeburg gemeinsam mit der CAIDAO Berlin GmbH

Vor dem Hintergrund der sich aktuell vollziehenden und zunehmend beschleunigenden Digitalisierung und Automatisierung von Arbeitstätigkeiten blicken zahlreiche Arbeitnehmer/-innen mit großer Sorge oder gar Angst ihrer beruflichen Zukunft entgegen. Diese Ängste sind teilweise begründet (z. B. da sich aufgrund der Digitalisierung einschneidende Veränderungen in der Erwerbsarbeit vollziehen werden), teilweise jedoch auch unbegründet (z. B. da Digitalisierung nicht per se gleichzusetzen ist mit Rückschritten in Bezug auf Arbeitsbedingungen und Arbeitsplatzsicherheit). Unabhängig davon müssen derartige Sorgen und Ängste allerdings in jedem Fall ernst genommen und es muss ihnen in geeigneter Form begegnet werden.

Verantwortungsvolle Unternehmen agieren entsprechend, indem sie strategische Unternehmensentscheidungen bzgl. des Übergangs zu Arbeit 4.0 partizipativ treffen und transparent kommunizieren. Zu diesem Zweck ist es zwingend notwendig, sämtliche relevanten Akteure (betriebliche Interessenvertretung, betroffene Mitarbeiter/-innen, Organisationsleitung und zuständige Fachgewerkschaften) im Rahmen eines strukturierten und moderierten Diskurses einzubeziehen. Auf diesem Wege können einerseits Selbstwirksamkeit und Selbstvertrauen der Mitarbeiter/-innen gestärkt und andererseits allseitig getragene Zukunftsentscheidungen mit einer entsprechend hohen sozialen und wirtschaftlichen Nachhaltigkeit für das jeweilige Unternehmen und seine Belegschaft getroffen werden.

Im Auftrag des Kompetenzzentrums für soziale Innovation Sachsen-Anhalt erarbeitet die METOP GmbH (An-Institut der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg) mit Unterstützung durch die CAIDAO Berlin GmbH konkrete Methoden und spezifische Inhalte zur Weiterbildung und Beratung von Arbeitnehmern/-innen sowie ihrer betrieblichen Interessenvertretungen auf dem Gebiet eines partizipativen und humangerechten Übergangs zu Arbeit 4.0. Als Ergebnis werden, in ausgewählten Unternehmen Sachsen-Anhalts erprobte, praxistaugliche Leitfäden und methodische Handlungshilfen für Belegschaften verschiedenartiger KMU (im Hinblick auf bspw. Größe, Branche und Grad der Digitalisierung) vorliegen. Das Pilotvorhaben wird ggf. auch rechtliche Probleme bei der arbeitnehmerfreundlichen Gestaltung des Digitalisierungsprozesses im Kontext Arbeit 4.0 identifizieren und Schlussfolgerungen im Sinne von Änderung/ Anpassung bestehender Instrumente (Musterbetriebsvereinbarung, Musterarbeitsvertrag) unter Einbeziehung der betrieblichen Interessenvertretungen und Fachgewerkschaften ableiten.