Themenfeld Gesundheit und Pflege

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Entlegene Regionen sind besonders vom demografischen Wandel und der Abwanderung junger Menschen betroffen. Als politische Folge steigender Kosten zieht sich der Staat in einigen Teilen immer weiter aus der Daseinsvorsorge zurück und private Anbieter legen Krankenhäuser zusammen, um die Qualität bei komplexen Behandlungen zu sichern. Der Fachkräftemangel führt zur Unterversorgung mit Haus- und Fachärzten in entlegenen Regionen; Pflegekräfte fehlen aber auch in Großstädten wie Berlin. Wenn sich Versorgungsstrukturen verändern, müssen innovative Modelle entwickelt und erprobt werden, die den wachsenden Anforderungen einer alternden Gesellschaft in allen Teilen des Landes auf gleichwertige Lebensverhältnisse und Gesundheitsbedingungen abzielt.

Ein breites Spektrum an E-Health-Angeboten kann Gesundheit zu jeder Zeit und an jedem Ort messbar und überprüfbar machen. Ob als diagnostische oder präventive Telemedizin - wenn die Breitbandverbindungen es ermöglichen - als Online-Apotheke, die Medikamente nach Hause vor die Tür liefert, oder digitale Apps, die als erste Anlaufstelle für Beschwerden genutzt werden können, E-Health-Anwendungen bergen das Potenzial, die Gesundheit der Bewohner des ländlichen Raums zu stärken. Digital miteinander verknüpfte Sensoren und Geräte, sogenannte altersgerechte Assistenzsysteme, können einen möglichst langen Verbleib im eigenen Zuhause unterstützen, indem sie Notfälle erkennen, an die Medikation erinnern oder den Herd automatisch ausschalten.

 

Im ländlichen Raum, in denen das Risiko sozialer Vereinsamung mit zunehmender Immobilität steigt, können neue Wohnformen wie Mehrgenerationenhäuser große Wirkung entfalten. Das gemeinsame Wohnen unter demselben Dach schafft Netzwerke der Solidarität, von denen Jung und Alt profitieren können. Ein neuer Fokus auf die Organisation von kommunalen und lokalen Betreuungs- und Pflegeeinrichtungen, versteht Genesungsprozesse und Pflegebedürftigkeit als eingebettet in soziale und gemeinschaftliche Lebenswelten (Pflege im Quartier). Immobile Patientengruppen, die in Regionen mit schrumpfendem ÖPNV-Angebot leben, können von Ärzten- und Bürgerbussen profitieren. Im ersteren Fall kommen Ärzte in mobilen Praxen in entlegene Regionen, wobei komplexere Diagnosen und Behandlungen in den beengten Räumlichkeiten eines Fahrzeugs keinen Platz finden. Bürgerbusse verkehren regelmäßig in größere Kommunen mit Haus- und Fachärzten. Getragen von ehrenamtlichen Fahrern, ermöglichen sie Mobilität zu Preisen, die vergleichbar mit dem ÖPNV sind. In Zukunft könnten auch immer mehr Ärzte Zweigpraxen eröffnen, nach deren Prinzip wöchentliche Sprechstunden auch außerhalb der originären Praxis angeboten werden können. Soziale Innovationen versprechen, für einige der dringendsten Fragen der Gesundheits- und Pflegeversorgung Lösungsansätze.

 

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E-Health

Altersgerechte Assistenzsysteme

Mehrgenerationenhäuser

Pflege im Quartier

Ärzte- und Bürgerbusse

Zweigpraxen

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