Themenfeld Gesundheit und Pflege

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Die Arbeitswelt im Gesundheit- und Pflegesektor ist im Wandel. In den Ruhestand gehen die ‚Babyboomer‘, denen nicht genug Nachwuchskräfte folgen. Der Pflegebereich ist in der jüngsten Zeit außerdem Mittelpunkt einer öffentlichen Debatte um Qualitätsstandards der stationären und ambulanten Versorgung geworden. Pflegekräfte bemängeln enge Zeitbudgets, die kaum Zeit für emotionale Bedürfnisse ließen, und eine geringe Entlohnung vor allem für examinierte Altenpfleger. Soziale Innovationen treiben die Aufwertung von Pflegeberufen voran. Sozial innovative Maßnahmen reichen von Personaluntergrenzen bis zu einheitlichen Flächentarifverträgen und einer bereits reformierten Pflegeausbildung. Auch ehrenamtliches Engagement kann als verstärkende Säule eine größere Rolle als bisher einnehmen. Die Zahl derjenigen, die sich im Gesundheits- und Pflegesektor bürgerschaftlich einbringen, ist im Vergleich zu anderen Tätigkeitsfeldern noch unterdurchschnittlich ausgeprägt. Und die nach Deutschland migrierten Menschen mit Aufenthaltsstatus können langfristig integriert werden, wenn Anstrengungen unternommen werden, geflüchtete Personen für die hierzulande unterversorgten Tätigkeitsbereiche zu gewinnen. Die Zukunft wird auch in Bezug auf Geschlechterrollen flexibler werden. Männer üben zunehmend den Beruf des Kindererziehers aus, doch im Kranken- und Altenpflegebereich überwiegt die Zahl der Frauen noch erheblich. Eine zielgruppenspezifische Ansprache kann diese Berufe auch für Männer attraktiver machen. Frauen profitieren beim sogenannten Gender Shift von besseren Aufstiegschancen und werden die Dominanz männlicher Führungspersonen mittelfristig ausgleichen.

Auch bei der Arbeitskultur im Team aus mehreren Gesundheits- und Pflegeprofessionen kündigen sich Veränderungen an. Das hierarchische Gefüge mit Medizinern an der Spitze löst sich zugunsten partnerschaftlicher Teamarbeit mit gegenseitiger Anerkennung individueller Kompetenzen auf. Solch interprofessionelle Teams können die Versorgungsqualität steigern. Interprofessionelle Teams stehen auch für das neue Paradigma der Patientenzentrierung. Das Bild des unmündigen Patienten, der den Diagnosen und Entscheidungen des Arztes ausgeliefert ist, gehört in Zukunft der Vergangenheit an. Patienten fordern Selbstbestimmung und werden darin gefördert, Bauleiter ihrer eigenen Gesunderhaltung und Genesung zu werden. Ärzte im Verbund mit ihren interprofessionellen Teams informieren zielgruppengerecht, zeigen Alternativen auf und behandeln Menschen unter Wahrnehmung ihrer individuellen biologischen, sozialen und psychischen Konstitution. Gesundheit und Genesung werden so individuell, wie es Menschen und Körper sind. Um dieser Individualität gerecht zu werden, keimen auch im wissenschaftlichen Bereich Forderungen nach einer partizipativen Gesundheitsforschung auf, die Betroffene und ehemalige Betroffene stärker in die Entwicklung von Produkten und Behandlungspraxen einbezieht.

Die Frage, wer uns in Zukunft gesundheitlich versorgt und pflegt, wie Personen verschiedener Kompetenzen dabei besser zusammenarbeiten können und welche neue Rolle Patienten in diesem Gefüge spielen, mündet in sozialen Innovationen, die als Megatrends die Gesundheitsversorgung von morgen gestalten.

Erkunden Sie mit einem Klick auf die Links das Feld sozialer Innovationen:

Aufwertung der Pflegeberufe

Einbdingun Ehrenamtlicher

Gender Shift

Integration geflüchteter Menschen

 

Interprofessionelles Arbeiten

Patientenzentrierung

Partizipative Gesundheitsforschung

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